Die Spanische Hofreitschule Wien ist weltweit nicht nur die älteste, sie ist auch die einzige Reitinstitution, an der seit über 430 Jahren die Hohe Schule der klassischen Reitkunst in reinster Form gepflegt und praktiziert wird.
Das Spanische in ihrem Namen leitet die Hofreitschule von der auf der
iberischen Halbinsel heimischen Pferderasse ab, die im 16. Jahrhundert
als besonders edel, feurig und gelehrig galt und sich für die klassische
Reitkunst besonders eignete. Die Lipizzanerhengste, die heute an der
Hofreitschule mit ihren Vorführungen Pferdefreunde aus aller Welt
verzaubern, sind die Nachkommen dieser einstigen stolzen spanischen
Pferderasse, einer Kreuzung von spanischen, arabischen und Berber
Pferden.
Die Vorführungen, die die berühmten weißen Lipizzanerhengste und ihre
Bereiter in der von Josef Emanuel Fischer von Erlach 1729 – 1735
errichteten barocken Winterreitschule präsentieren, zählen zu den
schönsten Eindrücken für Pferdefreunde und sind lebendiges Beispiel
europäischer Kulturpflege. Im Rahmen dieser Vorführungen erlebt der Besucher die spektakuläre
Perfektion der „Hohen Schule der klassischen Reitkunst“, mit Pas de
Deux, Arbeit an der Hand und am langen Zügel sowie die „Große
Schulquadrille“, die mit acht Hengsten geritten wird. Lektionen wie
Levade, Courbette und Capriole bilden mit den „Schulen über der Erde“
den absoluten Höhepunkt.